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Die Flugreise. Zum körperlichen Vollzug technisch beschleunigter Mobilität

Das Reisen zählt zu den zentralen Praktiken globalisierter Gegenwartsgesellschaften. Trotz der inzwischen sehr guten Möglichkeiten zu digitaler statt physischer Präsenz, ließ sich bis Ende 2019 eine beeindruckende Zunahme des Reisens, insbesondere von Flugreisen, als nahezu konstanter Trend festmachen. Mit Ausbruch der CoViD-19 Pandemie brach der Flugverkehr vorübergehend ein, entwickelte sich danach aber rasch zurück auf das frühere Niveau. Körperliche Präsenz scheint also spezifische soziale Funktionen zu erfüllen, die gegenüber anderen Nachteilen (etwa hohen Umweltkosten) überwiegen. Dennoch schenkt die Soziologie dem Reisen (und räumlicher Mobilität im Allgemeinen) bislang wenig Aufmerksamkeit. Insbesondere im Bezug auf eine Körpersoziologie alltäglicher Bewegung besteht (auch im Bereich der interdisziplinären Mobilitätsforschung) nach wie vor ein hoher Forschungsbedarf.

Dieses Desiderat nahm das Projekt „Die Flugreise: Zum körperlichen Vollzug technisch beschleunigter Bewegung“ zum Ausgangspunkt. Es fokussiert die Körperlichkeit technischer Mobilität, womit es auf eine soziologische Durchdringung von Weitstreckenmobilität als soziale, kulturelle und performative Praxis abzielt. Methodisch ist es als Ethnografie angelegt, im Rahmen derer die Analyse von Interaktionsbeobachtungen (i.e. teilnehmende Beobachtungen) und verbalen Rekonstruktionen (qualitative Interviews und „Logbücher“, i.e. protokollartige Beschreibungen einzelner Flugreisen durch Reisende) produktiv verschränkt wird.