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Körper&Dinge: Zur Relation der Materialitäten des Sozialen

Dinge und Körper sind aus der kultur- und sozialwissenschaftlichen Diskussion der vergangenen zwanzig Jahre kaum mehr wegzudenken. In zahlreichen Studien wurde dargelegt, wie Dinge das Soziale prägen, mehr noch, wie sie als aktive Teilnehmer, als nicht-humane Aktanten (Latour) auch das Tun der humanen Aktanten mitgestalten. Im gleichen Zeitraum entsteht eine lebendige Debatte um die Frage, wie Körper am Sozialen teilhaben. Sie werden zunächst als soziale Konstruktion dargestellt, in der Folge wird ihnen eine eigenständige Rolle in sozialen Prozessen zugeschrieben. Dafür spricht, dass sie nicht immer im Sinne ihrer „Besitzer“ agieren. Sie können deren Intentionen behindern, unterstützen oder sich gewissermaßen neutral verhalten – Praktiken zu vollziehen ist aber ohne den Beitrag der Körper nicht denkbar. Das gilt nicht nur für offensichtlich körperbetonte Praktiken wie Sport oder Tanz; auch scheinbar körperlose wie etwa (schriftliche) Internetchats oder -spiele erfordern einen Körper, der vor dem Bildschirm sitzt und Tastatur, Maus und andere Instrumente bedient. Beide Diskussionslinien haben in den letzten Jahrzehnten wichtige und innovative Arbeiten hervorgebracht. Interessanterweise werden sie jedoch relativ selten in Verbindung gebracht, obwohl die Beschäftigung mit der Sozialität der Dinge immer wieder den Blick auf Körper lenkt und umgekehrt die Auseinandersetzung mit der Sozialität der Körper Dinge relevant werden lässt, weil sie beispielsweise als Extensionen des Körpers dienen.