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Schlafen als kulturelle Praxis

Sieben bis acht Stunden nachts in einem eigens dafür vorgesehenen Zimmer zu schlafen, scheint auf den ersten Blick eine natürliche Sache zu sein. Dementsprechend finden sich bislang nur wenige sozial- und kulturwissenschaftliche Studien dazu, die vorhandenen Beiträge sind häufig an die Analyse von Strukturkategorien geknüpft. Der Rückgriff auf historische und ethnologische Studien zeigt aber, dass unsere Vorstellung vom „natürlichen Schlaf“ historisch und kulturell geprägt ist. Zwar wird in allen Kulturen in der einen oder anderen Form geschlafen, wie, wann und in welcher sozialen Formation ist aber durchaus variabel. Die Privatisierung des Schlafens (Elias) etwa ist eine geografisch und historisch spezifische kulturelle Entwicklung, die in engem Zusammenhang mit der zunehmenden präzisen Koordination des Alltags (Simmel) in der Moderne steht.

Das Ziel dieses Projektes ist deshalb, jene Praktiken und Kontexte in den Blick zu bekommen, die das moderne Schlafen umgeben und prägen. Analytische Gegenstände sind zum einen das Schlafen von Babys, zum anderen das „mobile Schlafen“ bei Weitstreckenreisen.