Vortragsthema: "Einblick in die bayerische Administration auf der Peloponnes: Karl Wilhelm von Heideck (1788–1861) und das neue Griechenland“
Referentin: Prof. Dr. Britta Kägler
Karl Wilhelm von Heideck (1788–1861) war weit mehr als ein bayerischer Offizier in der griechischen Regentschaft. Schon lange bevor er 1832/33 nach der Thronbesteigung Ottos nach Griechenland kam, hatte er sich für das Land und seine Geschichte begeistert. Im Auftrag des bayerischen König Ludwig I. nahm Heideck am griechischen Freiheitskampf teil. Diese „Philhellenenfahrt“ (1826-1828) machte ihn mit dem Kampf der Griechen unmittelbar vertraut und prägte sein weiteres Verhältnis zu Griechenland.
Heideck verband dabei mehrere Rollen: Er war Offizier und Militärfachmann, politischer Berater und zugleich leidenschaftlicher Maler. Nach der Unabhängigkeit Griechenlands begleitete er als Mitglied der Regentschaft König Otto auf seiner Reise nach Griechenland. Sein Name steht auf der Ottosäule in Ottobrun. Heideck wirkte in Nauplia und später in Athen am Aufbau des neuen Staates mit. Seine militärische Erfahrung war dabei ebenso gefragt wie seine Kenntnis des Landes und seiner politischen Verhältnisse.
Heidecks Lebensweg steht damit beispielhaft für eine Generation europäischer Philhellenen, für die Griechenland zugleich Gegenstand politischer Hoffnungen, militärischer Erfahrungen und künstlerischer Imagination war.
Britta Kägler ist Professorin für Bayerische Landesgeschichte und europäische Regionalgeschichte an der Universität Passau. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem neben Hof- und Adelsgeschichte insbesondere europäische und internationale Vernetzungen und ihre regionale Relevanz sowie eine epochenübergreifender Perspektive auf Religion, Kirche und Gesellschaft.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung wird im Multifunktionsraum des Instituts für Fränkische Landesgeschichte stattfinden. Bitte melden Sie sich bei Interesse spätestens bis zum Vortragstag per Email an. Die Teilnahme ist kostenlos.