Projekte und Forschungsarbeiten
FEM-IMPACT – FEMale Integrative Mental-Performance & Physiological Assessment with Cycle Tracking

Hintergrund: Regeneration, Schlafqualität, Stressregulation und mentale Leistungsbereitschaft sind zentrale Faktoren für die Leistungsfähigkeit im Profifußball – im Frauen-Spitzensport bislang jedoch wissenschaftlich deutlich unterrepräsentiert. Gleichzeitig gewinnt die aurikuläre transkutane Vagusnervstimulation (tVNS®), eine nicht-invasive Methode zur Beeinflussung des autonomen Nervensystems über die Ohrmuschel, zunehmend an Bedeutung als niedrigschwelliges Instrument zur Unterstützung von Erholung und Stressverarbeitung. Ihr Nutzen im realen Trainings- und Wettkampfumfeld professioneller Fußballspielerinnen ist bislang nicht untersucht.
Zielsetzung: FEM-IMPACT untersucht, ob eine tägliche tVNS®-Anwendung im Vergleich zu einer Placebo-Stimulation messbare Veränderungen in Schlaf, Erholung, autonomer Regulation, Stressverarbeitung und mentaler Leistungsbereitschaft bei professionellen Fußballspielerinnen bewirkt. Zusätzlich wird untersucht, welche Rolle der Menstruationszyklus sowie physiologische und laborchemische Marker für individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit spielen.
Intervention: Die Studie ist als randomisierte, placebokontrollierte, doppelt-verblindete Crossover-Studie angelegt. Jede Teilnehmerin durchläuft zwei vierwöchige Phasen mit je einem tVNS®-Gerät – einmal mit echter, einmal mit Placebo-Stimulation, in individuell randomisierter Reihenfolge. Die Anwendung erfolgt im Bereich der Cymba conchae der Ohrmuschel für rund 30 Minuten an mindestens 6 Tagen pro Woche, über einen Gesamtzeitraum von 8 Wochen.
Methodik/Setting: Erfasst werden sportpsychologische Parameter mittels PACE-Fragebogen, kontinuierliches Schlaf- und HRV-Monitoring über Wearables, Menstruationszyklusdaten sowie venöse Blutparameter im Rahmen von drei Studienvisiten. Die Untersuchungen finden am FCN-Campus sowie im Longevity Center Nürnberg statt – im realen Trainings- und Wettkampfumfeld einer Frauen-Bundesligamannschaft.
Projektleitung: PD Dr. phil. Sascha W. Hoffmann (Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Sportarten und Bewegungsfelder, Lehrstuhl Exercise Physiology & Metabolism, Bayreuther Zentrum für Sportwissenschaft, Universität Bayreuth)
Kooperationspartner: 1. FC Nürnberg (Club-Frauen), Longevity Center Nürnberg (Dr. med. Thomas Voit)
Abgeschlossene Projekte
Zielsetzung: Untersuchung, wie sich langes, ununterbrochenes Sitzen im Vergleich zu regelmäßigen „Bewegungs-Snacks” leichter Intensität (z. B. Gehen, abwechselndes Stehen/Sitzen) auf Glukosestoffwechsel, kardiometabolische Parameter und Herzratenvariabilität bei jungen Erwachsenen mit Übergewicht/Adipositas auswirkt.
Projektzeitraum: 2023-2024
Studiendesign: Randomisierte, kontrollierte Cross-Over-Studie mit vier Studienarmen (Einzelzentrumsstudie)
Projektleitung: PD Dr. Sascha W. Hoffmann, in Kooperation mit Prof. Dr. Othmar Moser (Lehrstuhl Exercise Physiology and Metabolism, Universität Bayreuth)
Kooperationspartner: Medizinische Universität Graz
Ethikvotum / Registrierung: Ethikkommission der Universität Bayreuth (Bearbeitungsnr. 22-037); Deutsches Register Klinischer Studien, DRKS00031425
Zentrale Ergebnisse: Kurze, leicht-intensive Bewegungseinheiten – insbesondere Gehen – verbessern den Blutzuckerverlauf nach dem Essen und die Herzratenvariabilität deutlich gegenüber durchgehendem Sitzen. Besonders wirksam sind Bewegungspausen direkt nach den Mahlzeiten.
Ausgewählte Publikation: Hoffmann, S. W., Schierbauer, J., Zimmermann, P. et al. (2024): Effects of light-intensity physical activity on cardiometabolic parameters in young adults with overweight and obesity: The SED-ACT randomized controlled crossover trial. Diabetes, Obesity and Metabolism, 26(9), 3849–3859.
An der Universität Bayreuth wurde im Rahmen des Projektes Smart Moving bereits begonnen, das Thema Bewegungs- und Sitzverhalten von Studierenden in den Blick zu nehmen. Hierzu wurden im Sommersemester 2018 und 2020 Bewegungs- und Sitzzeiten sowie Bedürfnisse und Barrieren von Studierenden an der Hochschule abgefragt. Die Erkenntnisse daraus sollen nun mit einem genderspezifischen Fokus sowie unter besonderer Berücksichtigung von Studierenden in Prüfungsphasen im Rahmen dieses Projektes näher betrachtet und evaluiert werden.
Zielsetzung: Erhöhung der Alltagsbewegung von Studierenden an der Hochschule
Projektzeitraum: 2020-2023
Finanzierung: Techniker Krankenkasse, Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband (adh)
Einbindung: in die bundesdeutsche adh-Initiative „Bewegt studieren – studieren bewegt 2.0“
Projektleitung: Prof. Dr. Susanne Tittlbach
Projektmitarbeiterin: Jessica Helten
Kooperationspartner an der Universität Bayreuth: Prof. Dr. Claas Christian Germelmann (Lehrstuhl für Marketing und Konsumentenverhalten), PD Dr. Sascha W. Hoffmann (Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Sportarten und Bewegungsfelder), Pia Dömling (Universitäres Gesundheitsmanagement), Dr. Uwe Scholz (Allgemeiner Hochschulsport)
Theoriefelder: Gesundheitswissenschaft, Kommunikations-/Informationswissenschaft, Sportpädagogik, Sportpsychologie
Themenfelder: Körperliche Alltagsaktivität im Setting Hochschule, Bewegung im Alltag, Sitzendes Verhalten, Verhaltens- und Verhältnisprävention
Inhaltliche Ziele: Das primäre Ziel des Projektes Students BeWegt 2.0 ist die Erhöhung der Alltagsbewegung im Setting Hochschule durch eine Steigerung der Alltagsaktivität während der Anwesenheit an der Hochschule und in Bezug auf Aktive Mobilität, sowie die Reduzierung des Sitzverhaltens bei Studierenden. Zudem sollen durch ein verändertes Bewegungs- und Sitzverhalten und durch eine verbesserte, digital unterstützte, Kommunikation von Bewegungsförderung an der Hochschule der studentische Fokus auf Bewegung im Alltag verbessert und die Konzentrationsfähigkeit sowie das subjektive Wohlbefinden der Studierenden erhöht werden. In einem partizipativen Prozess werden zusammen mit Hochschulangehörigen und Zielgruppenvertretern Maßnahmen zur Bewegungsförderung (weiter-)entwickelt und evaluiert. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen publiziert und einem breiten Interessentenkreis mit dem Ziel einer Umsetzung auch an anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden.
Untersuchungsdesign: Mixed-Methods Design (Quantitative und qualitative Evaluation)
Datenerhebung: Evaluation des Bewegungsverhaltens und Wohlbefindens der Studierenden sowie der Wahrnehmung und Bewerbung von Bewegungsmöglichkeiten auf dem Campus. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden fortwährend in den Arbeitskreis "Students BeWegt 2.0" zum gemeinsamen Diskurs gespiegelt werden.
Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse bzw. deskriptive und inferenzstatistische Datenauswertung
Die Umsetzung des Projektes erfolgt als Pilotprojekt an zwei bayerischen Universitäten: Universität Bayreuth (13.000 Studierende) und Universität Regensburg (21.500 Studierende) in den Jahren 2018 und 2019. Die beiden Universitäten verfügen über Gemeinsamkeiten, aber auch bestimmte Unterschiede. Es soll eine kooperative Planungsgruppe pro Hochschule eingeführt werden und eine Informationsveranstaltung sowie weitere Kommunikationsmaßnahmen für einen Ideenwettbewerb geben, um die Studierenden für das Thema zu sensibilisieren. Inwieweit eine bewegungsfördernde Maßnahme an einer Hochschule mit/ohne begleitenden Ansatz zur Gesunden Hochschule implementiert werden kann, soll Teil der Evaluation werden.
Zielsetzung: Erhöhung der körperlichen Aktivität und Reduzierung der sitzenden Tätigkeit bei Studierenden - Pilotprojekt an den Universitäten Bayreuth u. Regensburg (2018–2019)
Projektzeitraum: März 2018 - Dezember 2020
Finanzierung: Techniker Krankenkasse, im Rahmen von „Ernährungsverhalten und seine Folgekosten in Bayern” (Kompetenzzentrum für Ernährung, KErn)
Einbindung: Kooperationsprojekt SmartMoving im Gesamtprojekt „Ernährungsverhalten und seine Folgekosten in Bayern“
Projektleitung: Prof. Dr. Susanne Tittlbach, Prof. Dr. Claas Christian Germelmann, PD Dr. Sascha W. Hoffmann
Projektmitarbeiterin: Jessica Helten (vorm. Horter)
Kooperationspartner: Techniker Krankenkasse, Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn), Universität Bayreuth, Universität Regensburg
Theoriefelder: Gesundheitswissenschaft, Sportmedizin, Sportpädagogik, Sportpsychologie, Kommunikations-/Informationswissenschaft
Themenfelder: Körperliche Alltagsaktivität im Setting Hochschule, Bewegung im Alltag, Verhaltens- und Verhältnisprävention
Inhaltliche Ziele: Primäres Ziel des Kooperationsprojektes SmartMoving ist eine Erhöhung der körperlichen Aktivität im Setting Hochschule, v.a. durch eine Steigerung der Alltagsbewegung in der Hochschule, aber auch durch eine Reduzierung des so genannten „Sedentary Behaviour“ („sitzendes Verhalten“). Angesprochen wird dabei die Zielgruppe der Studierenden. In einem partizipativen Prozess werden zusammen mit Hochschulangehörigen und Zielgruppenvertretern Maßnahmen zur Bewegungsförderung entwickelt, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Hochschule angepasst sind. Angedacht ist, v.a. zu verhältnisorientierten Ansätzen sowie zu Nudging anzuregen. Der Prozess wird an den Universitäten Bayreuth und Regensburg implementiert. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen publiziert und einem breiten Interessentenkreis mit dem Ziel einer Umsetzung auch in anderen Settings zur Verfügung gestellt werden.
Untersuchungsdesign: Empirische Untersuchung, quantitatives Untersuchungsdesign, Längsschnittstudie
Datenerhebung: Standardisierte schriftliche Befragung der Zielgruppe sowie quantitative Methoden: Ein Convenience Sample von ca. 300 Studierenden pro Universität (Bayreuth und Regensburg) wird per quantitativer Fragebogenerhebung von der Universität Bayreuth befragt. An einer Subpopulation von jeweils ca. 30 Studierenden pro Universität wird eine differenziertere Erfassung der körperlichen Alltagsaktivität mittels Actigraph Geräten sowie die Erfassung der Körperzusammensetzung mittels Bio-Impedanz-Analyse durchgeführt.
Datenauswertung: Deskriptive und inferenzstatistische Datenauswertung
Ausgewählte Publikation: Hoffmann, S. W.; Helten, J.; Loss, J.; Germelmann, C.-C.; Tittlbach, S. Prevalence and correlates of self-reported and accelerometer-determined sedentary behavior and physical activity of German university students: cross-sectional results of the SmartMoving study. BMC Public Health (2025), 25: 3043.
Projektzeitraum: Mai 2009 – April 2012
Zielsetzung: Untersuchung der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern im Vorschulalter sowie assoziierter individueller, familiärer und sozialer Einflussfaktoren.
Finanzierung: Inneruniversitäre Forschungsförderung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Dr. Perikles Simon, PD Dr. Sascha W. Hoffmann, Dipl.-Sportwiss. Conny Brendel
Kooperationspartner: Landeshauptstadt Mainz (Dezernat für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit, Abt. Kindertagesstätten), Adipositas-Netzwerk Rheinland-Pfalz e.V.
Ausgewählte Publikationen: Hoffmann, Tug & Simon (2014): Child-caregivers' body weight and habitual physical activity status is associated with overweight in children. BMC Public Health; Hoffmann, Ulrich & Simon (2012): Refined analysis of the critical age ranges of childhood overweight. Obesity.
Projektzeitraum: Mai 2010 – Mai 2011
Zielsetzung: Präventives Gesundheitsprojekt zur Überprüfung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern im Rahmen der Mainzer Kindergesundheitsstudie.
Finanzierung: Aktionsprogramm „Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz” des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Dr. Perikles Simon, PD Dr. Sascha W. Hoffmann, Dipl.-Sportwiss. Conny Brendel
Ergebnis: Projektbericht zur Kinder-Fitnessolympiade, Mainz 2011
Ausgewählte Publikationen: Hoffmann, Sascha W. ; Dreher, Matthias ; Urschitz, Michael S. ; Simon, Perikles: Beyond BMI : waist circumference and social environment is associated with motor performance ability in kindergartners. In: BMC Pediatrics. Bd. 20 (2020). 4.