Logo Universität Bayreuth
Springe zum InhaltZum Footer springen
Logo Universität Bayreuth
Erleuchtetes Gebäude GW2 der Uni Bayreuth von außen bei Nacht

Forschung

Die am Lehrstuhl betriebene Forschung richtet sich auf verschiedene Fragen der Schul-, Profession(alisierung)s- und Unterrichtsforschung. Kennzeichnend sind dabei empirisch-rekonstruktive bzw. sinnverstehende Perspektiven. Fokussiert werden insbesondere Aspekte der gegenwärtigen, vielschichtigen und z.T. tiefgreifenden Reformen im Schulsystem und damit einhergehende Infragestellungen tradierter Handlungs-, Deutungs- und Legitimationsmuster im Schulischen. Verbunden mit dem Anspruch das Zusammenspiel von transformativen Momenten und Beharrungskräften in den Blick zu nehmen, richtet sich die Forschung auf eine Aufklärung der institutionellen und organisationalen Verfasstheit von Schule und damit auf eine wirklichkeitswissenschaftlich fundierte Bearbeitung schultheoretischer Problemstellungen.

Forschungsprojekte

  • Initiativen schulischer Qualitätsentwicklung (InQ) – Rekonstruktionen zu Ausformungen zivilgesellschaftlicher Profilierung von Schulen

    Laufzeit: Oktober 2024 – September 2027

    Leitung: Prof. Dr. Fabian Dietrich

    Finanzierung: BMBF

    Das durch das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft geförderte Forschungsprojekt richtet sich mit Zertifizierungs- und Auszeichnungsangeboten, wie z.B. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder dem „Gütesiegel Demokratie“, auf die empirische

    Rekonstruktion eines innovativen Ansatzes der Förderung einer zivilgesellschaftlichen Schulprofilierung.

    Die in zwei Teilstudien gegliederte Untersuchung kennzeichnet eine governanceanalytische Perspektivierung und ein qualitativ-rekonstruktives Design. Die Analyse der in zivilgesellschaftlicher und staatlicher Trägerschaft initiierten Zertifizierungen fokussiert die in diese eingeschriebenen Qualitätsverständnisse und Steuerungsregime – also die Modi, über die zivilgesellschaftliche

    Profilierungen an den Schulen initiiert, befördert und verstetigt werden sollen. Hier sind neben der Zertifizierung selbst insbesondere auch begleitende Unterstützungsangebote von Bedeutung.

    Fallstudien schulischer Adaptionen bzw. Nutzungen der Zertifizierungsangebote geben Aufschluss über die jeweils eigenlogischen Nacherfindungen der Entwicklungs- und Profilierungsangebote auf programmatisch-konzeptioneller und handlungspraktischer Ebene.

    Die Zusammenführung der Teilstudien ermöglicht die Identifizierung von sich im Zusammenspiel der schulkulturellen Eigenlogiken und externen Entwicklungs- und Unterstützungsimpulsen eröffnenden Möglichkeitsräumen für eine nachhaltige, sich auf wandelnde gesellschaftliche Erwartungen richtende Qualitätsentwicklung.

Laufende Dissertationsprojekte

  • Konstruktion von Schüler*innenbildern durch Lehrkräfte im Rahmen zivilgesellschaftlicher Profilierungen von Schulen (Arbeitstitel)

    Im Mittelpunkt  des Promotionsprojekts stehen die  Konzeptionen schulischer Demokratieerziehung bzw. politischer Bildung von Lehrer*innen. Auf der Grundlage von Interviews, schulischen Dokumenten und Veranstaltungen aus dem InQ Projekt werden die darin zum Ausdruck kommenden Konzeptionen politischer Bildung und Demokratieerziehung anhand von  Schüler*innenbilder von Lehrer*innen fokussiert. Diese werden mithilfe der Objektiven Hermeneutik (Wernet, 2009) rekonstruiert.

    Zur Rekonstruktion der Konzeptionen von Demokratieerziehung und politischer Bildung werden zunächst die entworfenen Schüler*innenbilder betrachtet. Diese werden im Folgenden  als ein doppeltes gefasst: Zum einen verkörpert der/die „ideale Schüler*in“ ein imaginäres Erziehungsziel und gibt mit Blick auf schulische Demokratieerziehung bzw. politische Bildung Auskunft darüber, was diese leisten soll. Komplementär dazu bedarf es der Konstruktionen von Schüler*innen als in spezifischer Weise erziehungsbedürftig und erziehungsfähig (Wulf & Zirfas, 2014) und damit als ideale Adressat*innen der je eigenen Erziehungspraxis. Weiterhin wird der damit verbundene pädagogische Modus betrachtet, der Auskunft darüber gibt, wie die beschriebenen Erziehungs- / Bildungsziele erreicht werden sollen. In ihrer Komplementarität eröffnen diese Perspektiven auf die Konzeption politischer Bildung bzw. Demokratieerziehung.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • SchiK – Schule(n) in der Krise

    Laufzeit: seit August 2020

    Beteiligt: Prof. Dr. Fabian Dietrich, Dr. Nele Kuhlmann, Dr. Christiane Faller, Julia Spitznagel

    Finanzierung: Eigenmittel

    Die wiederholten pandemiebedingten Schließungen der Schulen, die partielle und vorübergehend auch komplette Umstellung von Präsenz- auf Fernunterricht sowie Einschränkungen und Umstellungen des schulischen Alltags bedingen für alle Beteiligten große Herausforderungen und Infragestellungen tradierter Handlungs- und Deutungsmuster. Lehrerinnen und Lehrer sehen sich mit der paradoxen Anforderung konfrontiert, ihre berufliche Tätigkeit in völlig neuer Form weiterzuführen. Gleichzeitig sieht sich das Schulwesen einer besonderen öffentlichen Beobachtung ausgesetzt und mit Fragen konfrontiert, wie mit den neuen Situationen ad hoc und darüber hinaus umgegangen werden kann und soll.

    Hier setzt das Projekt „Schule in der Krise“ an, das sich auf Rekonstruktion schulischer Umgangsweisen mit der Situation richtet. Dabei wird insbesondere danach gefragt, wie sich die Situation in der Perspektive von Lehrer*innen darstellt. Das Projekt richtet sich auf eine sinnverstehende Erschließung berufskultureller Deutungen, Formen der Bewältigung der Situation und darauf bezogener kollegialer Aushandlungsprozesse.

    Ausgehend von der Überlegung, dass diese nur vor dem Hintergrund von auf Schule und Lehrer*innen gerichteten Erwartungen zu verstehen sind und Berufskultur „nicht allein von innen her, vom Berufsfeld und den Berufsinhabern selbst, sondern auch von außen her, das heißt durch die sie umgebende gesellschaftliche Kultur geprägt“ (Terhart 1996, S. 463) wird, werden ergänzend dazu ministerielle Verordnungen, Erlasse und Briefe aus ausgewählten Bundesländern analysiert. Diese werden vergleichend daraufhin untersucht, mit welchen Erwartungen, Vorgaben und ggf. Unterstützungsangeboten Schulen und Lehrer*innen adressiert werden.

    Projektinformationen: SchiK – Informationen für Projektteilnehmer*innen